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Wie man ein Loser wird

Das ist schon eine ziemlich harte Geschichte, die Geschichte von Joseph. Eigentlich war zunächst ganz lustig, als die Brüder den nervigen Joseph in den Brunnen warfen.

Aber als die Brüder den Joseph verkauft haben, da habt ihr sicher gedacht: „Das geht zu weit!“ und natürlich habt ihr Recht.

Vielleicht sollten wir mal überlegen, wer von den Brüdern der Schuldige ist.

Simeon

Ist Simeon der Schuldige, weil er Joseph töten wollte?

Simeon würde vermutlich sagen: „Ich habe das nicht ernst gemeint. Man redet halt so daher. Und Joseph ist eine Nervensäge, das steht fest.“

Ruben

Ist Ruben der Schuldige, weil er der Älteste war, und außerdem die Idee hatte, Joseph in den leeren Brunnen zu werfen?

Ruben würde vermutlich sagen: „Die anderen Brüder sind doch alle erwachsen. Ich bin doch nicht denen ihre Mama! Mein Vorschlag, Joseph in den Brunnen zu werfen, war nur gut gemeint.“

Juda

Ist Juda der Schuldige, weil es seine Idee war, Joseph an die Kaufleute aus Midian zu verkaufen?

Juda würde vermutlich sagen: „Wenn ich nicht auf diese Idee gekommen wäre, dann hätte Simeon Joseph umgebracht. Das wollte ich verhindern.“

Der Vater Jakob

Ist der Vater Jakob der Schuldige, weil er Joseph besser behandelte als die anderen erwachsenen Söhne und ihm das bunte Festgewand gekauft hat?

Jakob würde vermutlich sagen: „Es ist mein Geld und ich kann damit machen, was ich will. Und ich habe alle meine Söhne gut behandelt. Es geht niemanden etwas an, dass mir Joseph und der kleine Benjamin besonders am Herzen liegen.“

Issachar und Levi

Oder sind die beiden Brüder Issachar und Levi die Schuldigen, immerhin haben sie Joseph in den Brunnen geworfen?

Issachar und Levi würden vermutlich sagen: „Wir haben nur das getan, was die anderen Brüder von uns wollten. Wenn wir zwei Joseph nicht in den Brunnen geworfen hätten, dann hätten es die anderen getan.“

Ruben, Dan, Juda, Gad, Naftali, Ascher, Issachar, Levi, Simeon, Sebulon

Die anderen fünf Brüder sagen vermutlich: „Wir haben gar nichts gemacht.“

Sind sie also unschuldig?

Quelle: Pixabay

Wenn alle auf einen losgehen, dann sind alle schuld, egal, was sie genau gemacht haben. Dann sind sogar die schuld, die nur zugeschaut und gar nichts gemacht haben.

Dafür gibt es sogar ein Fachwort: Mobbing. Du hast bestimmt schon mal davon gehört.

Wie in unserer Geschichte gibt es immer welche, die anheizen, und ganz viele, die nur zuschauen und die Sache lustig finden.

Ist das cool? Die Bibel sieht das anders.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Bibel erzählt: Ohne Joseph können die Brüder und die Familie nicht überleben.

Wer mobbt, der ist ein Loser.

Und hier noch aktuell, das Schulgebet in der evangelischen Kirche zum Anschauen und Mitbeten

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Einer von euch ist ein Dieb!

Heute erzähle ich dir die Geschichte von Joseph zu Ende. Sie geht einfach am nächsten Tag weiter.

„Was für ein Abend und was für eine Nacht!“ erzählt Juda. „Zuerst wollte dieser Mann, dieser Herr über Ägypten, uns alle als Spione ins Gefängnis werfen lassen, dann hat er uns zu einem Festmahl eingeladen. Unserem Jüngsten, dem Benjamin, ließ er fünfmal so viel Essen auf den Teller legen als uns. Den scheint er irgendwie besonders zu mögen. Aber jetzt brechen wir auf nach Kanaan zu unserer Familie.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder haben sich kaum auf den Weg gemacht, da kommt Joseph mit den Wachen und dem Hausverwalter aus dem Palast heraus. „Halt!“ ruft Joseph. „Einer von euch ist ein Dieb und hat meinen silbernen Trinkbecher gestohlen!“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder werden gezwungen umzukehren und Joseph befiehlt den Wachen, alle Getreidesäcke zu durchsuchen. Und natürlich finden sie den silbernen Trinkbecher im Getreidesack von Benjamin.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Aha, der Jüngste ist also der Dieb,“ sagt Joseph. „Mein Urteil lautet: Er muss deshalb in Ägypten bleiben und mir als Sklave dienen. Ihr anderen seid unschuldig und könnt zu eurer Familie heimkehren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder sind sprachlos vor Entsetzen. Da tritt Juda vor und legt Benjamin die Hand auf die Schulter. „Wir lassen Benjamin nicht im Stich,“ sagt Juda. „Unser Vater Jakob hat zwei Lieblingssöhne: Einer ist nicht mehr am Leben und diesen hier, den Jüngsten, Benjamin. Es würde unserem Vater das Herz brechen, wenn wir ohne Benjamin heimkehren. Wenn du willst, Herr, dann nimm mich als Sklaven und lass Benjamin frei.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Jetzt treten alle Brüder vor und stellen sich schützend um Benjamin. „Du würdest deine Freiheit opfern für den Lieblingssohn deines Vaters?“ fragt Joseph Juda. Juda nickt, aber auch die anderen Brüder nicken. „Ihr alle würdet eure Freiheit opfern?“ fragt Joseph noch einmal. Wieder nicken die Brüder. „Lasst uns allein!“ sagt Joseph zu den Wachen und dem Hausverwalter. Die Wachen und der Hausverwalter gehen zurück in den Palast.

Joseph nimmt seine Kopfbedeckung ab. „Ich bin euer Bruder Joseph,“ sagt er. Die Brüder sind sprachlos. „Ihr hattet Böses im Sinn, aber Gott hatte Gutes im Sinn. Ihr habt mich verkauft, aber Gott hat mich nach Ägypten geschickt um unsere Familie vor dem Hungertod zu retten. Kehrt zurück zum Vater und sagt ihm: Dein Sohn Joseph lebt. Dann bringt die Familie hierher nach Ägypten. Ich werde für euch sorgen.“

„Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ sagt Joseph.

(Manche Leute wissen, dass die Geschichte von Josephs Brüdern, die nach Ägypten reisen, in der Bibel etwas komplizierter ist. Sorry, dass es hier etwas vereinfacht wurde!)

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Eine Schrift, die uns Linkshändern gefällt

(Eigentlich wollte ich heute die Geschichte von Joseph fertigerzählen, aber das war technisch nicht umsetzbar)

Das Alte Testament ist ursprünglich in hebräischer Sprache geschrieben worden. Wenn man also die erste Seite so einer Bibel aufschlägt, dann sieht das so aus:

Du siehst schon richtig. Das ist die erste Seite! Erinnerst du dich? Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben.

Logischerweise wird also auch ein hebräisches Buch von der anderen Seite her aufgeschlagen!

Gehen wir mal näher ran:

Vielleicht möchtest du versuchen, die einzelnen Buchstaben zu entschlüsseln? Dann hilft dir vielleicht dieser Überblick über das hebräische Alphabet:

Vermisst du irgendwelche Anlaute im hebräischen Alphabet?

Richtig, es gibt keine Großbuchstaben oder Kleinbuchstaben. Einige Buchstaben haben aber zwei Schreibweisen, das hast du schon bemerkt. Und sonst?

Hmmm …

Genau, es fehlen die Vokale, also a, e, i, o, u. Die werden in der hebräischen Schrift nicht aufgeschrieben, aber natürlich werden sie gesprochen, wenn man hebräisch spricht.

Es ist nicht so, dass sie immer fehlen, manchmal springt auch ein anderer Buchstabe ein und steht da, wo ein Vokal sein soll. Beim Wort „Schalom“, das du hier siehst, muss man das „A“ ohne Hinweis sprechen, für das „O“ hat sich das Waw als Ersatzmann gemeldet.

Schalom

Tatsächlich haben Leute irgendwann festgestellt, dass sie schon gerne Hinweise hätten, wie man das jetzt genau ausspricht. Und das sind die Pünktchen und Striche:

Kann man das lesen? Ja, es geht.

Hier kannst du hinein hören, wie jemand den Anfang der Bibel feierlich auf Hebräisch liest. (Danke an denjenigen, der diese Datei zur freien Verfügung gestellt hat)

Das war übrigens die biblische Geschichte vom Anfang der Bibel, hier auf der Homepage.

Übrigens lernen die Kinder in Israel das Hebräische als erste Schrift in der Schule, denn es ist ihre Muttersprache.

So, jetzt noch ein lieber Gruß an meine Lerngruppe der dritten Klasse an der Fürholzer Schule. Ihr bekommt noch Gummibärli von mir und das Ganze hatte was mit Hebräisch zu tun. Der Tag wird kommen, wo ich meine Schuld bezahlen werde.

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Ein seltsames Wiedersehen

(Die Audios erzählen die Geschichte, man kann sie aber auch lesen)

Was hat noch gefehlt an der Geschichte von Joseph? Natürlich, irgendetwas mit den Brüdern von Joseph. Inzwischen ist es neun Jahre her, dass der Pharao Joseph zum Herrn über Ägypten gemacht hat.

Der Hausverwalter vor Josephs Palast

Der Hausverwalter von Joseph erzählt: „Was für eine Hitze! Seit über einem Jahr brennt die Sonne herab. Auf den Feldern wächst nichts mehr. Hätte Joseph, mein Gebieter, nicht in den sieben Jahren der guten Ernten und des Reichtums Vorratslager bauen und Getreide einsammeln lassen – wir müssten alle vor Hunger sterben. Den ganzen Tag kommen Menschen hierher, um Getreide einzukaufen. Da kommen schon wieder welche!“

Die kennt man doch …
Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Was wollt ihr?“ fragt der Hausverwalter. „Man hat uns gesagt, hier in Ägypten kann man Getreide einkaufen. Wir kommen aus Kanaan und wollen Getreide kaufen. Unsere Familie hungert und muss sterben, wenn wir hier nichts bekommen,“ antwortet Juda. „Ihr kommt aus Kanaan?“ fragt der Hausverwalter. „Das muss mein Herr selbst entscheiden.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Kniet nieder vor Zafenat Paneach, dem Herrn über Ägypten!“ ruft der Hausverwalter und die Brüder werfen sich vor dem Herrn über Ägypten nieder. Keiner von ihnen erkennt in ihm den Bruder wieder …

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

… aber Joseph hat seine Brüder sofort wiedererkannt. „Das sind Spione und Feinde Ägyptens!“ ruft er den Wachen zu. „Werft sie ins Gefängnis!“ „Wir sind keine Spione, wir sind Brüder,“ sagt Juda, aber Joseph lässt sich nicht beirren. Die Wachen und der Hausverwalter führen die Brüder ab.

„Das waren meine Brüder, die mich verraten und verkauft haben,“ sagt Joseph. „Die sollen im Gefängnis schmoren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Der Hausverwalter kommt zurück: „Mein Herr, du bist doch sonst immer so freundlich zu allen Menschen, so kenne ich dich gar nicht!“ „Das sind Spione,“ sagt Joseph. „Aber vielleicht sind es doch nur einfache Menschen, die Getreide für ihre Frauen und Kinder, für ihren Vater und ihre Mutter kaufen wollen,“ antwortet der Hausverwalter. Joseph wird nachdenklich. Er denkt an die Kinder und Frauen und an seinen Vater Jakob. „Ein paar Tage im Gefängnis werden diesen zehn Männern nicht schaden,“ sagt Joseph. „Es waren elf Männer,“ korrigiert ihn der Hausverwalter.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Sie haben meinen Bruder Benjamin dabei!“ sagt Joseph leise zu sich. Und zum Hausverwalter sagt er: „Holt die Männer aus dem Gefängnis, ich will doch mit ihnen reden.“ Die Wachen und der Hausverwalter tun, was Joseph ihnen befohlen hat, holen die Brüder aus dem Gefängnis und bringen sie zu Joseph.

Als die  Brüder bei Joseph sind, spricht Joseph Benjamin an: „Du bist der Jüngste, nicht wahr? Wie geht es deinem Vater?“ „Es geht ihm gut,“ sagt Benjamin. „Und deine Brüder, sind sie freundlich zu dir?“ „Ja, Herr, sie passen auf mich auf,“ antwortet Benjamin. „Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ „Ist das wirklich so?“ fragt Joseph zurück. Dann lädt er die Brüder zu sich in den Palast zum Essen ein.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Lass die Säcke dieser Leute randvoll mit Getreide füllen,“ befiehlt Joseph dem Hausverwalter. „In den Getreidesack des Jüngsten aber lege meinen silbernen Trinkbecher, heimlich, so dass es keiner sieht.“ Der Hausverwalter wundert sich. Was hat Joseph vor?

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Ein großes Fest für viele Menschen

Stell dir vor, heute wäre Weihnachten. Deine Eltern sind schon seit Tagen damit beschäftigt, alles vorzubereiten: Zu Hause wird die Wohnung geputzt, mindestens ein Großeinkauf steht an, und extra für diesen Tag gibt es neue Kleider. Und du freust dich darauf, dass es ein wunderschönes Familienfest gibt, ganz viele Süßigkeiten und natürlich auch Geschenke.

Heute ist nicht Weihnachten, heute ist …

Quelle: Pixabay

… das Ramadanfest!

Erinnerst du dich?

Vor einem Monat, am 24. April, begann für die Muslime der Fastenmonat Ramadan und jetzt, einen Monat später, ist der Fastenmonat zu Ende und die Muslime feiern das Ende des Fastens.

Dieses Fest, das Ramadanfest, ist heute, morgen und übermorgen, also drei Tage lang. Dieses Fest ist für die Muslime so wichtig wie für uns Weihnachten.

Es gibt auch ein paar Sachen, die gleich sind: Tagelang wird alles vorbereitet, das Haus wird geschmückt, es gibt viel Essen, man trifft sich besonders mit der Familie, aber auch mit Verwandten und Bekannten, und es gibt Süßigkeiten und Geschenke.

Quelle: Pixabay

Zum Ramadanfest gehört es für Muslime dazu, an arme Menschen zu denken, denen es nicht gut geht, und zu spenden. Das gehört bei uns an Weihnachten auch dazu.

Magst du mehr über das Ramadanfest erfahren? Ich habe dir zwei Videos rausgesucht.

Bilge hat ihre Freundin Sophie eingeladen, das Ramadanfest mitzufeiern. Du kannst mit diesem Video auch dabei sein!

Vor vier Jahren haben sich die Muslime in München entschlossen, das Ramadanfest richtig groß zu feiern, wie es in muslimischen Ländern üblich ist. Schau einfach mal rein!

Dieses Jahr ist es natürlich richtig schwer wirklich zusammen zu feiern. Es trifft einfach alle Menschen auf der Welt, egal wo wir wohnen oder welche Religion wir haben.

Trotzdem: Ein gesegnetes Ramadanfest!

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Wie die Menschen schreiben lernten

Heute geht es ums Schreiben und Lesen. Deshalb gibt es die Texte nicht als Audio zum Hören.

Vom Malen zum Schreiben

Irgendwann, vor tausenden von Jahren, begannen die Menschen, Dinge aufzuschreiben. Dazu mussten sie aber erst die Schrift erfinden. Die erste Schrift, die erfunden wurde, war die Bilderschrift. Wie Bilderschrift funktioniert, das ist ziemlich einfach.

Lies mal, was da steht!

Da steht:

Bilderschrift bedeutet, man malt einfach das auf, was man meint. Aber Bilderschrift hat drei große Nachteile.

Versuch mal diesen Satz in Bilderschrift zu lesen:

Das wollte ich sagen:

Man müsste einen ganzen Comic zeichnen, um das in Bilderschrift zu schreiben! Das Schreiben in Bilderschrift ist recht langsam und kompliziert.

Dann braucht man in der Bilderschrift ganz viele verschiedene Zeichen. Bilderschriften brauchen tausende davon, die man sich alle merken muss, für jede Art von Tieren und Pflanzen zum Beispiel.

Und schließlich gibt es Wörter, die schwer zu zeichnen sind, nämlich, wenn jemand etwas macht und wie er es macht.

Was soll dieses Bild wohl sagen?

Es soll bedeuten:

Vom Hören zum Schreiben

Deswegen haben irgendwann die Menschen angefangen, das zu schreiben, was man hört, also die Laute. Das ist die Art von Schrift, die du in der Schule lernst. Die musste man aber auch erfinden.

Dazu nahm man Wörter aus der Bildschrift, die mit dem gewünschten Laut anfingen. Ich zeige dir drei Beispiele:

Einen Ochsen nannte man damals Aleph. Das Zeichen für Ochse wurde zum „A“.

Den Fisch nannte man damals Dalet. Das Zeichen für Fisch wurde zum „D“.

Die Hand nannte man damals Kaf. Das Zeichen für die Hand wurde zum „K“.

In welcher Richtung schreibt man richtig?

Jeder weiß das: Richtig schreibt man von links nach rechts und von oben nach unten. Aber stimmt das? Früher schrieben die Leute nämlich so „wie der Ochse ein Feld pflügt.“

Lies das mal!

Hast du es geschafft?

In welche Richtung man lesen muss, das erkennt man daran, in welche Richtung die Buchstaben schauen. Schwer zu lesen? Das dachten sich die Menschen irgendwann auch. Deshalb legten sie sich auf eine Schreibrichtung fest. Bei uns ist es von links nach rechts, es gibt aber zwei Schriften, die sich für die andere Schreibrichtung entschieden haben: Hebräisch und Arabisch.

Da steht in hebräischer Schrift: Schalom und in arabischer Schrift: Salam. Beide Wörter bedeuten auf Deutsch: Frieden

Das ganze Alte Testament ist ursprünglich in Hebräisch geschrieben worden. Was es noch mit dem Hebräischen auf sich hat, das erkläre ich dir gerne ein anderes Mal.

In unserer Zeit ist Bilderschrift wieder in Mode gekommen. Verkehrszeichen sind Bilderschrift, die Icons für deine Apps auf dem Computer sind Bilderschrift und auch die Emojis, von denen es inzwischen – wen wundert´s? – tausende gibt. Denn Bilderschrift hat einen Vorteil: Menschen mit verschiedenen Sprachen können trotzdem die gleiche Bilderschrift verwenden.

Morgen ist übrigens ein besonderer Tag. Warum, das erkläre ich dir dann.

Und den Joseph habe ich nicht vergessen. Da fehlt ja noch was, nicht wahr?

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Die Träume des Pharaos

Die Ratgeber des Pharaos sind verzweifelt: Der Pharao, König über Ägypten, hat geträumt. Wenn der Pharao träumt, dann hat das Bedeutung für das ganze Land. Aber niemand kann die Träume des Pharao deuten!

Nun, da erinnert sich der Mundschenk endlich an Joseph. Nach zwei Jahren! Der Mundschenk erzählt dem Ratgeber, dem Hohenpriester von On: „Damals, als in die Ungnade unseres erhabenen Pharaos gefallen war, da war ein Mann im Gefängnis, der konnte Träume deuten. Er hieß Joseph.“ „Man soll diesen Joseph herbeischaffen!“ befiehlt der Hohepriester von On.

Joseph wird tatsächlich vor den Pharao gebracht. Davor hatte man ihm neue Kleider gegeben und ein Bad usw., damit er für den Pharao präsentabel sei.

„Du bist also dieser Joseph?“ fragte der Pharao. „Ich hatte einen Traum, eigentlich zwei, aber keiner konnte sie deuten.“ Der Pharao blickte dabei ziemlich sauer zum Hohenpriester hinüber. „Von dir aber,“ sagte der Pharao, „sagt man, du könntest Träume deuten.“ „Ich kann es nicht,“ sagte Joseph, „aber Gott kann es. Erzähle mir deinen Traum!“

Der Pharao erzählte: „In meinem Traum ging ich am Nil entlang, da sah ich sieben Kühe, wunderschön und gut genährt. Dann stiegen aus dem Nil sieben andere Kühe, hässlich und dürr. Die hässlichen Kühe fraßen die wunderschönen Kühe und blieben so dürr wie vorher.“

„Dann wachte ich auf,“ sagte der Pharao. Joseph antwortete: „Erzähl mir den zweiten Traum, Herr.“

Der Pharao erzählte: „In meinem Traum ging ich am Nil entlang, da sah ich sieben Ähren, voll und schön. Aber dann wuchsen sieben andere Ähren, leer und hässlich. Die hässlichen Ähren fraßen die schönen und blieben doch so leer wir vorher.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Josef sagte: „Dein Traum, Herr, ist ein und derselbe. Gott hat dir gezeigt, was er vorhat: Die sieben schönen Kühe und die sieben vollen Ähren stehen für sieben Jahre voll guter Ernte und Reichtum für Ägypten, die sieben dürren Kühe und die sieben hässlichen Ähren für sieben Jahre Hungersnot und Armut, die danach kommen werden. Zweimal hat Gott dir denselben Traum geschickt. Damit will er sagen, dass die Sache beschlossen ist.  Du, Herr, solltest einen zuverlässigen Mann einsetzen, der in den sieben Jahren der guten Ernte ein Fünftel der Ernte in ganz Ägypten einsammeln und lagern lässt.“

„Du hast weise gesprochen und meinen Traum gedeutet, Joseph. Wo finde ich nun einen Mann, der diese Aufgabe erfüllen kann?“ sagte der Pharao.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Ich denke, du bist dieser Mann,“ sagte der Pharao. „Ich ernennen dich zum Herrn über Ägypten. Jeder Mensch in Ägypten muss dir gehorchen, du bist nur mir persönlich, dem Pharao, unterstellt.“

Der Pharao steckte Joseph seinen eigenen Siegelring an den Finger und ließ ihn in königliche Gewänder kleiden. Er gab ihm einen neuen Namen, Zafenat-Paneach und der Hohepriester von On gab Joseph seine Tochter Asenat zur Frau. So wurde Joseph zum Herrn über Ägypten, der nur dem Pharao selbst gehorchen musste.

Na dann, damit ist die Geschichte zu Ende, oder etwa nicht? Fehlt da vielleicht irgendetwas?

Natürlich, da fehlt noch was in der Geschichte. Habt Geduld! Wir müssen erst mal die sieben guten Jahre abwarten. In unserer Zeit geht es mit der Geschichte am Montag weiter.

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Der Vater im Himmel

Quelle: Pixabay

An dieser Stelle allen Vätern einen schönen Vatertag! In der Kirche feiern wir übrigens heute „Christi Himmelfahrt“. Hat Christi Himmelfahrt eventuell was mit dem Vatertag zu tun?

„Christi Himmelfahrt“ bedeutet „Jesu Himmelfahrt“. Geht es eventuell heute darum, dass Jesus so etwas wie der erste Astronaut war? Unwahrscheinlich. Fragen wir mal: Was ist da überhaupt mit Himmel gemeint?

Unser blauer Himmel mit Schäfchenwolken?

Irgendeine ferne Galaxie im Universum?

Der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ will uns sagen: Jesus, der Auferstandene, ist bei Gott, seinem Vater. Und den Ort, wo Gott ist, den nennt die Bibel schon auch Himmel, aber damit sind weder die Wolken noch eine ferne Galaxie gemeint. Der Himmel, in dem Gott wohnt, ist unerreichbar fern und trotzdem ganz nah. Und man kann davon kein Bild machen, so wie man von Gott kein Bild machen kann.

Es gibt zu diesem Feiertag eine Geschichte in der Bibel, die uns Lukas erzählt, als erste Geschichte in seinem Fortsetzungsbuch, der Apostelgeschichte.

Vierzig Tage waren seit dem Ostertag vergangen und Jesus, der Auferstandene, erschien seinen Jüngern und Jüngerinnen und ging mit ihnen auf den Ölberg. „Bleibt in Jerusalem,“ sagte Jesus. „und wartet dort, bis ich euch meinen Geist sende. Ihr sollt allen Menschen die gute Nachricht verkünden, dass Gott alles gut macht.“ „Das Reich Gottes?“ fragten die Jünger und Jüngerinnen aufgeregt. „Kommt jetzt doch noch dein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit?“ „Das hat schon begonnen,“ sagte Jesus. „Aber wann es vollendet sein wird, das weiß nur der Vater im Himmel.“

Und dann sahen sie Jesus nicht mehr. Die Jünger und Jüngerinnen wussten: Jesus ist bei Gott, seinem Vater.

Automatisch schauten die Jünger und Jüngerinnen nach oben in den Wolken – und Sternehimmel.

Plötzlich standen zwischen ihnen zwei Männer mit strahlend weißen Gewändern.

„Was schaut ihr da rauf?“ fragten die Männer mit den strahlend weißen Gewändern. „Am Ende der Zeit wird dieser Jesus wiederkommen. Geht nach Jerusalem und wartet dort auf den heiligen Geist. Ihr habt doch einen Auftrag, nicht wahr?“

Und so gingen die Jünger und Jüngerinnen zurück nach Jerusalem.

(Christi Himmelfahrt und der Vatertag haben also schon was miteinander zu tun!)

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Joseph im Gefängnis

Under Construction

Joseph war im Gefängnis und blieb dort lange Zeit. Die Bibel erzählt leider nicht, wie er sich dort gefühlt hat. Vermutlich nicht besonders gut, oder?

Der Gefängniswärter

Der Gefängniswärter dagegen war absolut begeistert. Denn er entdeckte ziemlich schnell, dass Joseph zuverlässig und fleißig war.

Also ließ er jetzt den Joseph all die Arbeiten machen, die eigentlich er, der Gefängniswärter, hätte tun müssen: Den Gefangenen das Essen und Trinken austeilen, überall nach dem Rechten sehen, die Gefangenen beaufsichtigen und Vieles mehr.

„Dieser Joseph ist wirklich großartig“, sagte der Gefängniswärter. „Er macht die ganze Arbeit und ich kann mich gemütlich ausruhen.“

Joseph, der Bäcker und der Mundschenk

Eines Tages wurden zwei ganz besondere Gefangene ins Gefängnis geworfen: Der Bäcker und der Mundschenk des Pharaos persönlich! Beide standen im Verdacht, den Pharao betrogen zu haben.

Der Bäcker war für das Brot zuständig, das im Palast des Pharaos gegessen wurde, der Mundschenk musste für alle Getränke dort sorgen.

Die neuen Gefangenen waren natürlich sehr schlecht gelaunt und sie hatten noch dazu schlecht geschlafen: Beide hatten geträumt, aber sie wussten nicht, was die Träume bedeuten sollten.

„Gäbe es nur jemand, der unsere Träume deuten kann,“ seufzte der Mundschenk. „Träume deuten ist eine Sache Gottes,“ antwortete Joseph. „Erzählt mir eure Träume!“

Der Mundschenk traute sich als Erster: „In meinem Traum sah ich einen Weinstock heranwachsen, an dem drei wunderschöne Reben hingen. Ich hielt den Becher meines Herrn, des Pharaos, in der Hand und presste den Saft der Reben in diesen Becher, wo sie zu einem köstlichen Wein wurden. Den Becher gab ich meinem Herrn, dem Pharao.“

Joseph sagte: „Die drei Reben stehen für drei Tage. In drei Tagen wirst du wieder als Mundschenk dem Pharao dienen. Aber versprich mir, dass du dem Pharao von mir erzählst. Ich sitze hier unschuldig im Gefängnis und wurde aus meiner Heimat entführt.“

Der Bäcker hatte natürlich zugehört und hatte jetzt auch den Mut, seinen Traum zu erzählen: „Mein Traum geht anders. Ich trug drei Körbe mit feinstem Brot auf dem Kopf, aber Vögel kamen und fraßen das Brot aus dem obersten Korb!“

„Du willst die Deutung des Traumes nicht hören,“ sagte Joseph. „Doch,“, drängte der Bäcker. „Sag mir, was der Traum bedeutet.“ „In drei Tagen wird dich der Pharao zum Tod verurteilen,“ sagte Joseph mit leiser Stimme.

Der Gefägniswärter erzählt:

„Joseph hatte Recht. Drei Tage später feierte der Pharao seinen Geburtstag. Da sprach er den Mundschenk frei und setzte ihn wieder in sein Amt ein, den Bäcker verurteilte der Pharao zum Tod.

Der Mundschenk aber dachte nicht mehr an Joseph und so bleibt Joseph weiter im Gefängnis.

Gut für mich. Joseph macht die ganze Arbeit und ich muss nichts tun. Das kann meinetwegen ewig so weitergehen.“

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Wer glaubt schon einem Sklaven?

Der neue Sklave und sein Herr Potifar

Im Hause des Beamten Potifar gibt es neuerdings einen neuen Sklaven. Entschuldigung, ich habe vergessen, zu erwähnen, wo Potifar wohnt: Er wohnt in Ägypten. Also, dort bei Potifar gab es einen neuen Sklaven. Das wäre nichts Besonderes, aber der neue Sklave hat sich schon in wenigen Wochen für Potifar praktisch unentbehrlich gemacht: Der neue Sklave ist geschickt und klug, er arbeitet viel und denkt mit. Potifar ist begeistert von ihm.

Ihr habt den neuen Sklaven natürlich sofort erkannt, oder?

Ja, es ist Joseph. Die Kaufleute aus Midian haben Joseph nach Ägypten gebracht und an Potifar verkauft.

Auch die Frau von Potifar schätzt Joseph sehr: „Er ist so fleißig und zuverlässig!“ sagt sie.

Hathor, Potifars Frau, Isis

Aber Hathor und Isis, ihre zwei Sklavinnen, haben Potifars Frau schon längst durchschaut: „Unsere Herrin, Potifars Frau, ist verknallt in Joseph!“ sagt Hathor. „Mensch, ist das peinlich!“

Potifar ist zu einem Fest beim Pharao, dem König und Herrscher über Ägypten, eingeladen. Natürlich zusammen mit seiner Frau. Aber die hat Kopfweh! Da kann sie natürlich nicht mitkommen. Potifar geht ohne seine Frau zum Fest.

Nachdem ihr Mann gegangen ist, ruft Potifars Frau Joseph herbei. „Was ist, Herrin?“ fragt Joseph. „Schenk mir Wein ein, setz dich zu mir und erzähle mir von deiner Familie,“ sagt sie. „Da gibt es nichts zu erzählen,“ antwortet Joseph.

„Du bist klug und fleißig, Joseph,“ sagt Potifars Frau, „und du bist schön und attraktiv. Ich will dich und ich will dich jetzt,“ sagt Potifars Frau.

„Mein Herr Potifar vertraut mir,“ antwortet Joseph. „Wie könnte ich ihm das antun?“

Potifars Frau hält ihn an seinem Gewand fest, doch Joseph reißt sich los und läuft davon. Potifars Frau bleibt zurück und hält nur noch einen Teil seines Gewandes in der Hand.

Und Potifars Frau rächt sich an Joseph. „Zu Hilfe, “ ruft sie, „Dieser neue Sklave, er wollte mir Gewalt antun!“

Die Sklavinnen eilen herbei und auch Potifar ist gerade wieder nach Hause zurückgekehrt. „Dieser Joseph, dem du vertraut hast, er wollte mir Gewalt antun!“ ruft die Frau. „Als ich um Hilfe rief, da ist er abgehauen, aber sein Gewand, das hat er da gelassen!“

„Potifar ließ die Wachen rufen und Joseph verhaften und ins Gefängnis werfen,“ erzählt Hathor. „Wer glaubt schon einem Sklaven? Schade um Joseph, ich habe ihn gemocht.“

Von Israel wurde Joseph nach Ägypten gebracht