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Kibiwe 2020

Ein Preview-Sneak auf das, was kommt

Zunächst einmal ein wichtiger Nachtrag, nämlich Bilder vom Klausurwochenende, mit denen dokumentiert wird: Hier wird gearbeitet!

Ernste und konzentrierte Blicke bei allen vom Team: Tagesordnung, Termine und Protokoll werden intensiv studiert. Auch Lukas links ist schwer beschäftigt: Er hat die wichtige Aufgabe übernommen, den Schirm festzuhalten, damit der nicht umfällt.
Für dieses spezielle Kibiwe gibt es auch ein spezielles Logo, das an diesem Wochenende entstand.
Das Deckblatt fürs Skript ist auch schon fertig. Bald gibt es das auch im Downloadbereich als pdf zum Runterladen und Anbunten für alle.

Und nun zum Schluss eine Lebensweisheit übers Kibiwe, die letztes Jahr (Mose 2019) mit voller Überzeugung geäußert wurde, seltsamerweise aber dieses Jahr für unerklärliche Heiterkeit sorgt:

„Es wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr schlimmer werden!“

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Kibiwe 2020

Warum gibt es eigentlich vom Klausurwochenende keine Bilder, wenn das Team arbeitet?

Wir stellen vor: Grüner Engel im Grünen. Aber die Technik ist nicht weit.

Es ist uns selbst natürlich furchtbar peinlich, aber die Antwort ist klar: Wer arbeitet, der kann nicht fotographieren!

Der Tag war gefüllt mit Ortsbesichtigungen, mit Kleingruppen-Arbeit, mit Arbeiten im Plenum, mit heftigen Diskussionen über Details und das grobe Ganze, und es war wirklich Vieles für uns dieses Jahr Neuland und nichts lief nach Schema 08/15. Das, was dabei rausgekommen ist, das erfahrt ihr beim Großtreffen und beim Zwischentreffen mit Workshop. Deshalb gibt es nur ein paar Bilder und Videos für euch.

Wählen Sie den Arbeitsplatz, der am ordentlichsten aussieht!
Vor dem Mittagessen
Clemens und Marita sei Dank für das umfassende und wunderbare Catering. Und alles Bio!
Abends nach geschaffter Arbeit.
Da werden Erinnerungen wach
Zu später Abend ein hoffnungsfroher Versuch, einen neuen, kindergerechten Kibiwe-Hit zu kreieren.

Das war es vom Samstag!

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Kibiwe 2020

Läuft beim Klausur-Wochenende alles korrekt?

Vom 11. bis zum 13. September findet das Klausurwochenende des Kibiwe-Teams statt und natürlich ist das auch ein Testlauf, ob wir coronamäßig alles richtig machen.

Die Distanz passt.
Der erste Eindruck täuscht. Familien dürfen so was.
Auch hier alles in Ordnung.
Leute, die in grader Linie verwandt sind, dürfen enger zusammenrücken.

Hygienekonzepte und – pläne haben uns am Freitagabend ziemlich beschäftigt, aber fürs Inhaltliche blieb auch noch Zeit. Unser Kibiwe 2020 hat einen Namen:

„Von Freunden, Botschaftern und Drachenkämpfern – das Kibiwe @nders erleben“

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Kibiwe 2020

Kibiwe 2020 – am besten, ihr schreibt euch den Termin schon mal in den Kalender

Das Kibiwe findet vom 6. bis zum 8. November statt, das ist das zweite Wochenende in den Herbstferien.

Es geht um Engel und der Plot steht.

Aber, aber, aber – haben die Frau Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten heute nicht beschlossen, dass Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten sind? Fragt ihr euch vielleicht.

Ist beim Kibiwe voraussichtlich nicht dabei, hat aber trotzdem was damit zu tun
(Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Ja, das stimmt. Deswegen können wir das Kibiwe auch nicht so stattfinden lassen wie in den vergangenen Jahren.

Aber, aber, aber –

wir können es anders stattfinden lassen!

Unser Kibiwe-Team begrüßt an dieser Stelle erst mal seine neuen Mitglieder (und verabschiedet auch scheidende Mitarbeiterinnen):

Willkommen, Nicolas, der für die Bühnentechnik zuständig ist, und sich darauf freut, dass er die Nebelmaschine bedienen darf (das geht nämlich dieses Jahr).

Servus, Andrea, die dieses Jahr eine Pause macht und uns hoffentlich von Ferne fest die Daumen drücken. Bis demnächst, gute Frau!

Grüß Gott, Lukas, der am Hygienekonzept schon seit Juli arbeitet, und der sich um die Spiele und die Betreuung der GruppenleiterInnen kümmern will (und der heute Geburtstag hat: Lukas, nur für dich!)

Hallo, Simon, der die Technik verstärken wird, die wir noch dringender brauchen werden als je zuvor.

Servus, Karin, unsere evangelische Pfarrerin, wir danken für die gute Zusammenarbeit!

Willkommen, Anna, ebenfalls unsere evangelische Pfarrerin, zurück im Team.

Und nun, wie es dieses Jahr sein wird.

Eines ist klar: Wir können uns nicht allesamt im Franziskussaal oder in der Kirche treffen. Das ist superschade, aber noch kein Grund aufzugeben. Die rettende Idee: Das Theater und die Band werden gestreamt. Und was wir mit ziemlicher Sicherheit machen können, das ist, dass ihr euch in den Gruppen trefft und dort zusammen spielt und bastelt.

Und jetzt wisst ihr, wozu wir die Technik brauchen werden. Die Jungs – Janek, Kilian, Simon, Tobias und die Leute von der Tontechnik, Benedikt und Markus – werden sich mächtig ins Zeug legen, damit ihr das Theater und die Musik in euren Gruppen sehen und hören könnt.

Und natürlich werden wir miteinander feiern – wozu gibt es denn Videokonferenzen?

Das ist der Plan.

Wir freuen uns, wenn ihr mit dabei seid!

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Corona Projekt

Ein himmlisches Geschenk

Erinnerst du dich noch an das Paschafest?

Es gibt ein jüdisches Fest, das genau fünfzig Tage nach dem Paschafest gefeiert wird: Schawuot.

An Schawuot erinnern sich die Juden daran, dass Mose dem Volk Israel die zehn Gebote vom Berg Sinai herunterbrachte.

Wenn wir ein bisschen nachrechnen, dann stellen wir fest, dass Schawuot am Donnerstagabend angefangen hat und gestern (man feiert es zwei Tage lang) zu Ende ging. Für Schawuot sind wir also heute definitiv zu spät dran.

Hier kannst du selber nachzählen.

Aber wenn wir von Ostern aus zählen, dann ist heute der fünfzigste Tag nach Ostern. Tatsächlich kommt das Wort „Pfingsten“ von dem griechischen Wort für die Zahl fünfzig und die Idee, Pfingsten fünfzig Tage nach Ostern zu feiern, haben wir vom Judentum abgeschaut. Es hat aber auch mit der Geschichte zu tun, die an Pfingsten eine Rolle spielt. Und natürlich ist es wieder Lukas mit seiner Apostelgeschichte, der uns diese Geschichte erzählt.

Nachdem Jesus zu seinem Vater im Himmel gegangen war, kehrten die Jünger und Jüngerinnen nach Jerusalem zurück.

Sie versammelten sich genau in dem gleichen Raum, wo sie mit Jesus das letzte Abendmahl gefeiert hatten. Maria, die Mutter Jesu, war auch dabei. Lukas erzählt, dass die Jünger und Jüngerinnen dort ziemlich konsequent dem Prinzip „Stay at home“ folgten: Sie gingen nicht spazieren, sie machten keine Shoppingtouren und guckten nicht einmal fern (ok, das gab es ja noch nicht). Dafür beteten sie viel und lasen in der Bibel, das heißt im Alten Testament, denn das Neue Testament war noch nicht geschrieben. Zehn Tage lang.

Dann kam der Pfingsttag. Schon früh am Morgen war in Jerusalem eine Menge los. Menschen aus vielen Ländern waren zum Fest gekommen. „Wir könnten mal rausschauen, draußen wird gefeiert,“ sagte Johannes. „Nein, wir bleiben da,“ meinte Thomas. „Jesus hat uns gesagt, wir sollen hier bleiben und warten,“ sagte Maria Magdalena. „Er hat uns versprochen uns seinen Heiligen Geist zu senden.“ Da konnte Johannes schlecht widersprechen. Wenn Jesus es befohlen hatte …

„Hat hier jemand das Fenster aufgemacht? Es zieht gewaltig,“ meinte Susanna. „Das Fenster ist zu,“ sagte Petrus.

Aber es war wirklich plötzlich ziemlich windig, und die Jünger und Jüngerinnen spürten, wie ein gewaltiger Sturm vom Himmel kam, der das ganze Haus durch wirbelte.

Naja, normalerweise holt man ja die Feuerwehr, wenn einem so was passiert: Denn jetzt fielen Feuerzungen vom Himmel und auf jeden der Jünger und Jüngerinnen ließ sich so eine Flamme nieder.

Die Jünger und Jüngerinnen verließen den Raum und liefen auf die Straße.

„Jesus ist Christ! God raised him from death! Halleluja!“ rief Thomas einem erstaunten Passanten zu. „Gesù è il Cristo! Dio lo ha risuscitato dalla morte!” rief Maria Magdalena. “Iesus Christus est! Deus illum excitavit ex mortuis!” rief Simon. “Jésus est le Christ! Dieu l’a ressuscité de la mort!” rief Philipp.

Offensichtlich sprachen die Jünger und Jüngerinnen nicht ganz akzentfrei. Von daher ist es vollkommen korrekt, dass ich es auch nicht schaffe …

Alle Jünger und Jüngerinnen redeten gleichzeitig. Die Leute wunderten sich: “Das sind doch nur einfache Leute vom Land. Warum kann sie jeder in seiner Muttersprache über diesen Jesus reden hören?” Andere Leute aber lachten und sagten: “Die sind alle stockbesoffen!”

Da hielt Petrus eine Rede. Er sagte: “Das stimmt nicht, diese Menschen hier” – er meinte die Jünger und Jüngerinnen – “sind nicht betrunken, es ist doch erst am Vormittag. Nein, Gott hat uns seinen Heiligen Geist geschenkt. Dieser Geist wohnt jetzt in unserem Herzen. Wir sind be-geistert. Denn Jesus, der gekreuzigt wurde, ihn hat Gott von den Toten auferweckt! Jesus lebt und er hat uns seinen Geist geschenkt, der uns lebendig macht! Diese gute Nachricht wollen wir allen Menschen verkünden!”

“Und was sollen wir tun?” fragte jemand.

Petrus sagte: “Auch ihr sollt diese gute Nachricht glauben und auf Gott vertrauen, der auch euch Leben nach dem Tod schenken will. Lasst euch taufen und mit diesem heiligen Geist beschenken!”

Als die Jünger und Jüngerinnen abends wieder ins Haus zurückkehrten, waren plötzlich viele neue Leute dazu gekommen. Sie sagten: “Wir glauben auch an Jesus und vertrauen darauf, dass Gott uns Leben nach dem Tod schenken wird. Und wir spüren: Der Heilige Geist ist in unserem Herzen. Wir wollen auch allen Menschen von diesem Jesus erzählen.”

Wenn du auf diesen Link drückst, dann kommst du zum Pfingstgruss der katholischen Pfarrei. Da haben ganz viele Menschen sich Gedanken gemacht, wo sie heute den Heiligen Geist erleben. Es ist superschön geworden!

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Mit diesem Beitrag zu Pfingsten endet das Corona-Projekt auf der Homepage des Kibiwes.

Das hat ein paar handfeste Gründe: In den kommenden Tagen wird es ernst und ich fange damit an, das Skript für das Kibiwe 2020 zu schreiben, das stattfinden wird, egal wie.

Nach den Ferien beginnt für uns alle auch mehr oder weniger wieder eine normale Zeit. Naja, Religionsunterricht wird leider noch nicht stattfinden, aber wir werden uns trotzdem in der Schule sehen. Die Beiträge zum Corona-Projekt bleiben auf dieser Seite, man kann sie sich gerne noch mal anschauen, die Learningapps gibts auch noch, die werden auch noch erweitert werden.

Danke an alle, die mich unterstützt haben. Ein ganz besonderer Dank gilt Gabi Neubauer, von der alle Fotos aus den Kibiwes stammen, und an Harald Renz, der mir erlaubt hat Screenshots aus seinen Videos zu verwenden, an Naja und Eva-Maria, die sich auch aktiv eingebracht haben, an alle, die mir gute Tipps gegeben haben, und an euch, dass ihr dem Corona-Projekt gefolgt seid.

Und vergesst nicht:

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Allgemein

Man kann es nur vom Himmel sehn

Hast du dich eigentlich gefragt, warum Joseph dem Benjamin den silbernen Trinkbecher heimlich in den Getreidesack legen ließ?

Wollte er Benjamin einen üblen Streich spielen?

Als Joseph das erste Mal seine Brüder wiedersah, da war er wütend. Er ließ sie ins Gefängnis werfen. Das kann man verstehen, oder? Endlich hatte er Gelegenheit, sich für all das zu rächen, was ihm passiert war.

Aber dann musste er erkennen: Seine Rache würde bedeuten, dass seine Familie an Hunger sterben würde. Deshalb gab er den Brüdern die Freiheit zurück und ließ ihre Säcke mit Getreide füllen.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Aber eine gemeinsame Zukunft mit seinen Brüdern konnte es nur geben, wenn sie sich verändert hatten.

Und das war der Grund, dass er Benjamin den silbernen Trinkbecher in den Getreidesack legen ließ. Benjamin war ja auch der Lieblingssohn des Vaters Jakob. Würden die Brüder diesmal trotzdem zusammenhalten?

Sreenshot aus dem Video von Harald Renz

Das haben sie, wie ihr wisst. Sie haben zusammengehalten gegen diesen mächtigen und unheimlichen Herrn über Ägypten. Zusammen waren sie stark. Eine Gruppe, in der nicht gemobbt wird und alle für den anderen einstehen, ist unheimlich stark.

Joseph ist froh, Teil einer solch starken Gemeinschaft zu sein. Und so rettet er seine Familie.

Wenn du zum Kibiwe kommst, dann wirst du hinten an der Empore diesen Teppich sehen. Alle Menschen beim Kibiwe damals haben zwei Quadrate beschriftet. Auf die hellen, warmen Quadrate haben sie schöne Dinge geschrieben, die ihnen im Leben passiert sind, auf die blauen, kalten Quadrate Dinge, die schlimm waren.

Aus der Nähe betrachtet schaut der Teppich ziemlich chaotisch aus.

Joseph erlebte auch schlimme Dinge und schöne Dinge. Wahrscheinlich hat er ganz oft die Welt nicht mehr verstanden.

Die Geschichte von Joseph sagt uns: Vieles, was im Leben passiert, verstehen wir nicht. Aber vom Himmel aus, von Gott aus, macht es Sinn.

Manchmal gibt es Momente, dann sehen wir auch, einen kurzen Augenblick, das wunderschöne Muster unseres Lebens, so wie Gott es sehen kann.

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Corona Projekt

Träumst du?

METADATA-START

Hattest du schon einmal einen Traum? Bestimmt. Alle Menschen träumen im Schlaf. Das wissen die Wissenschaftler, weil sie es untersucht haben. Sie haben herausgefunden, dass unser Gehirn auch im Schlaf aktiv ist. Wenn wir aufwachen, dann können wir uns sehr oft nicht daran erinnern, was wir geträumt haben. Manchmal eben schon.

Ist alles wahr, was in Träumen passiert? Ja und Nein. Die Zukunft wird uns nicht in Träumen offenbart. Es gibt Träume, da ist es gut, dass sie nicht wahr sind und nicht wahr werden. Aber Träume lügen nicht, wenn es um unsere Gefühle geht. Sie sagen uns, wovor wir Angst haben oder was uns wichtig ist.

Zu vergessen, was man geträumt hat, das ist nicht schlimm. Das Gehirn hat in der Nacht schwer gearbeitet. All das, was man erlebt hat, hat es dann aufgearbeitet, und man startet frisch in den neuen Tag.

Was aber stimmt: Viele gute Ideen entstanden, weil Menschen ausgiebig geschlafen und geträumt haben. Träume ordnen unsere Gedanken und bringen uns auf neue gute Ideen.

In unserer Geschichte spürte Joseph von Anfang an, dass er was Besonderes ist. Keine gute Idee war es, dass Joseph mit seinen Träumen vor seinen Brüdern angab. Die haben ihn natürlich ausgelacht und sich auch darüber aufgeregt. Kein Wunder!

Träume sind etwas ganz Privates, die man nicht jedem erzählen soll. Ich hoffe aber, du hast jemanden, der dir voller Verständnis zuhört, wenn du einen deiner Träume erzählen willst.

Jemand, der verständnisvoll zuhört, und hilft zu verstehen, was so ein Traum bedeutet, so jemand brauchten der Mundschenk und der Bäcker im Gefängnis. Joseph half ihnen ihre Träume zu verstehen.

Ich denke, der Mundschenk spürte, dass es für ihn gut ausgehen würde. Der Bäcker dagegen spürte, dass es für ihn kein gutes Ende nehmen würde.

Auch der Pharao stand seinen Träumen hilflos gegenüber. Er wusste, dass sie wichtig sind. Irgendetwas Schlimmes stand bevor und er spürte: Ich muss etwas ändern, irgendetwas läuft gerade furchtbar schief. Natürlich wagte damals niemand, den Pharao wegen seiner Träume auszulachen. Aber die Leute am Hof des Pharaos waren wohl zu sehr in ihren normalen Tagesabläufen und Ideen gefangen. Für etwas Neues, für eine gewaltige Änderung, dafür waren sie nicht bereit.

Joseph kam und verstand, was die Träume bedeuteten: Das ganze Land muss Vorräte anlegen. Alle müssen sparen und ihr Verhalten ändern.

Die Träume des Pharaos waren der Auslöser für die neue Idee: „Alle zusammen können wir durch kluge Politik dafür sorgen, dass wir auch in schlechten Jahren genug zum Essen haben.“

Träumen allein hilft gar nichts. Aber die besten Ideen kommen, wenn man eine gute Mütze voll Schlaf hat.

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Corona Projekt

Wie man ein Loser wird

Das ist schon eine ziemlich harte Geschichte, die Geschichte von Joseph. Eigentlich war zunächst ganz lustig, als die Brüder den nervigen Joseph in den Brunnen warfen.

Aber als die Brüder den Joseph verkauft haben, da habt ihr sicher gedacht: „Das geht zu weit!“ und natürlich habt ihr Recht.

Vielleicht sollten wir mal überlegen, wer von den Brüdern der Schuldige ist.

Simeon

Ist Simeon der Schuldige, weil er Joseph töten wollte?

Simeon würde vermutlich sagen: „Ich habe das nicht ernst gemeint. Man redet halt so daher. Und Joseph ist eine Nervensäge, das steht fest.“

Ruben

Ist Ruben der Schuldige, weil er der Älteste war, und außerdem die Idee hatte, Joseph in den leeren Brunnen zu werfen?

Ruben würde vermutlich sagen: „Die anderen Brüder sind doch alle erwachsen. Ich bin doch nicht denen ihre Mama! Mein Vorschlag, Joseph in den Brunnen zu werfen, war nur gut gemeint.“

Juda

Ist Juda der Schuldige, weil es seine Idee war, Joseph an die Kaufleute aus Midian zu verkaufen?

Juda würde vermutlich sagen: „Wenn ich nicht auf diese Idee gekommen wäre, dann hätte Simeon Joseph umgebracht. Das wollte ich verhindern.“

Der Vater Jakob

Ist der Vater Jakob der Schuldige, weil er Joseph besser behandelte als die anderen erwachsenen Söhne und ihm das bunte Festgewand gekauft hat?

Jakob würde vermutlich sagen: „Es ist mein Geld und ich kann damit machen, was ich will. Und ich habe alle meine Söhne gut behandelt. Es geht niemanden etwas an, dass mir Joseph und der kleine Benjamin besonders am Herzen liegen.“

Issachar und Levi

Oder sind die beiden Brüder Issachar und Levi die Schuldigen, immerhin haben sie Joseph in den Brunnen geworfen?

Issachar und Levi würden vermutlich sagen: „Wir haben nur das getan, was die anderen Brüder von uns wollten. Wenn wir zwei Joseph nicht in den Brunnen geworfen hätten, dann hätten es die anderen getan.“

Ruben, Dan, Juda, Gad, Naftali, Ascher, Issachar, Levi, Simeon, Sebulon

Die anderen fünf Brüder sagen vermutlich: „Wir haben gar nichts gemacht.“

Sind sie also unschuldig?

Quelle: Pixabay

Wenn alle auf einen losgehen, dann sind alle schuld, egal, was sie genau gemacht haben. Dann sind sogar die schuld, die nur zugeschaut und gar nichts gemacht haben.

Dafür gibt es sogar ein Fachwort: Mobbing. Du hast bestimmt schon mal davon gehört.

Wie in unserer Geschichte gibt es immer welche, die anheizen, und ganz viele, die nur zuschauen und die Sache lustig finden.

Ist das cool? Die Bibel sieht das anders.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Bibel erzählt: Ohne Joseph können die Brüder und die Familie nicht überleben.

Wer mobbt, der ist ein Loser.

Und hier noch aktuell, das Schulgebet in der evangelischen Kirche zum Anschauen und Mitbeten

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Einer von euch ist ein Dieb!

Heute erzähle ich dir die Geschichte von Joseph zu Ende. Sie geht einfach am nächsten Tag weiter.

„Was für ein Abend und was für eine Nacht!“ erzählt Juda. „Zuerst wollte dieser Mann, dieser Herr über Ägypten, uns alle als Spione ins Gefängnis werfen lassen, dann hat er uns zu einem Festmahl eingeladen. Unserem Jüngsten, dem Benjamin, ließ er fünfmal so viel Essen auf den Teller legen als uns. Den scheint er irgendwie besonders zu mögen. Aber jetzt brechen wir auf nach Kanaan zu unserer Familie.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder haben sich kaum auf den Weg gemacht, da kommt Joseph mit den Wachen und dem Hausverwalter aus dem Palast heraus. „Halt!“ ruft Joseph. „Einer von euch ist ein Dieb und hat meinen silbernen Trinkbecher gestohlen!“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder werden gezwungen umzukehren und Joseph befiehlt den Wachen, alle Getreidesäcke zu durchsuchen. Und natürlich finden sie den silbernen Trinkbecher im Getreidesack von Benjamin.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Aha, der Jüngste ist also der Dieb,“ sagt Joseph. „Mein Urteil lautet: Er muss deshalb in Ägypten bleiben und mir als Sklave dienen. Ihr anderen seid unschuldig und könnt zu eurer Familie heimkehren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder sind sprachlos vor Entsetzen. Da tritt Juda vor und legt Benjamin die Hand auf die Schulter. „Wir lassen Benjamin nicht im Stich,“ sagt Juda. „Unser Vater Jakob hat zwei Lieblingssöhne: Einer ist nicht mehr am Leben und diesen hier, den Jüngsten, Benjamin. Es würde unserem Vater das Herz brechen, wenn wir ohne Benjamin heimkehren. Wenn du willst, Herr, dann nimm mich als Sklaven und lass Benjamin frei.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Jetzt treten alle Brüder vor und stellen sich schützend um Benjamin. „Du würdest deine Freiheit opfern für den Lieblingssohn deines Vaters?“ fragt Joseph Juda. Juda nickt, aber auch die anderen Brüder nicken. „Ihr alle würdet eure Freiheit opfern?“ fragt Joseph noch einmal. Wieder nicken die Brüder. „Lasst uns allein!“ sagt Joseph zu den Wachen und dem Hausverwalter. Die Wachen und der Hausverwalter gehen zurück in den Palast.

Joseph nimmt seine Kopfbedeckung ab. „Ich bin euer Bruder Joseph,“ sagt er. Die Brüder sind sprachlos. „Ihr hattet Böses im Sinn, aber Gott hatte Gutes im Sinn. Ihr habt mich verkauft, aber Gott hat mich nach Ägypten geschickt um unsere Familie vor dem Hungertod zu retten. Kehrt zurück zum Vater und sagt ihm: Dein Sohn Joseph lebt. Dann bringt die Familie hierher nach Ägypten. Ich werde für euch sorgen.“

„Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ sagt Joseph.

(Manche Leute wissen, dass die Geschichte von Josephs Brüdern, die nach Ägypten reisen, in der Bibel etwas komplizierter ist. Sorry, dass es hier etwas vereinfacht wurde!)

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Eine Schrift, die uns Linkshändern gefällt

(Eigentlich wollte ich heute die Geschichte von Joseph fertigerzählen, aber das war technisch nicht umsetzbar)

Das Alte Testament ist ursprünglich in hebräischer Sprache geschrieben worden. Wenn man also die erste Seite so einer Bibel aufschlägt, dann sieht das so aus:

Du siehst schon richtig. Das ist die erste Seite! Erinnerst du dich? Hebräisch wird von rechts nach links geschrieben.

Logischerweise wird also auch ein hebräisches Buch von der anderen Seite her aufgeschlagen!

Gehen wir mal näher ran:

Vielleicht möchtest du versuchen, die einzelnen Buchstaben zu entschlüsseln? Dann hilft dir vielleicht dieser Überblick über das hebräische Alphabet:

Vermisst du irgendwelche Anlaute im hebräischen Alphabet?

Richtig, es gibt keine Großbuchstaben oder Kleinbuchstaben. Einige Buchstaben haben aber zwei Schreibweisen, das hast du schon bemerkt. Und sonst?

Hmmm …

Genau, es fehlen die Vokale, also a, e, i, o, u. Die werden in der hebräischen Schrift nicht aufgeschrieben, aber natürlich werden sie gesprochen, wenn man hebräisch spricht.

Es ist nicht so, dass sie immer fehlen, manchmal springt auch ein anderer Buchstabe ein und steht da, wo ein Vokal sein soll. Beim Wort „Schalom“, das du hier siehst, muss man das „A“ ohne Hinweis sprechen, für das „O“ hat sich das Waw als Ersatzmann gemeldet.

Schalom

Tatsächlich haben Leute irgendwann festgestellt, dass sie schon gerne Hinweise hätten, wie man das jetzt genau ausspricht. Und das sind die Pünktchen und Striche:

Kann man das lesen? Ja, es geht.

Hier kannst du hinein hören, wie jemand den Anfang der Bibel feierlich auf Hebräisch liest. (Danke an denjenigen, der diese Datei zur freien Verfügung gestellt hat)

Das war übrigens die biblische Geschichte vom Anfang der Bibel, hier auf der Homepage.

Übrigens lernen die Kinder in Israel das Hebräische als erste Schrift in der Schule, denn es ist ihre Muttersprache.

So, jetzt noch ein lieber Gruß an meine Lerngruppe der dritten Klasse an der Fürholzer Schule. Ihr bekommt noch Gummibärli von mir und das Ganze hatte was mit Hebräisch zu tun. Der Tag wird kommen, wo ich meine Schuld bezahlen werde.