Bericht vom Kibiwe 2019 – der Freitag

Pünktlich um 14.45 öffneten sich die Türen und nur mit wenigen Minuten Verspätung startete das Kibiwe 2019. Ungefähr 180 Kinder und über 130 Mitarbeiter*innen hatten sich für das Kibiwe angemeldet, der Franziskussaal war gut gefüllt und die große Vorfreude ging nahtlos in eine Superstimmung über.

Die Geschichte von Mose dürfte, so sagte der Erzähler, wohl die Wichtigste im Alten Testament sein. Und sie beginnt damit, dass die Hebräer oder Israeliten – zwei verschiedene Namen für die gleichen Leute, das ist etwas verwirrend, sorry – in Ägypten lebten und dort als Sklaven zu harter Arbeit gezwungen wurden.

Den Ägyptern dagegen geht es gut.

Doch bei den Ägyptern gibt es einen, der nicht so ganz dazu gehört: Mose, der als Findelkind von der ägyptischen Prinzessin aus dem Nil gerettet wurde und im Palast aufwachsen durfte.

Ganz links – das ist Mose im Gespräch mit seiner Mutter, der Prinzessin, die ihn gerettet hat.

Mose stammt von Hebräern ab, alle wissen es. Die Ägypter lassen es ihn spüren und so kommt er ins Grübeln: Ist es gerecht, dass die einen Sklaven sind und die anderen Herren? Und was sagen die Götter dazu?

Jochebed freut sich, wenn Mose sie besucht. Sie hat Mose als Baby drei Jahre lang aufziehen dürfen.

Sie erzählt Hanna und Yael, dass Mose ihr Sohn sei, und wie sie und seine Schwester Mirijam (links) ihn als Baby mit Hilfe der ägyptischen Prinzessin vor dem finsteren Pharao gerettet hätten. „Was bist du, Mose? Ein Ägypter oder ein Hebräer?“ fragen die Mädchen. Mose bleibt die Antwort schuldig. Er fragt, an welche Götter die Hebräer glaubten. „Wir glauben nicht an die Götter“, erfährt er von seiner Schwester Mirijam. „Wir glauben nur an den Gott unserer Väter!“ Aber wo ist er, dieser Gott?

Wenig später passiert etwas Schlimmes: Mose erschlägt im Zorn einen ägyptischen Aufseher, der einen Hebräer geschlagen hat. Mose versteckt den Toten und hofft, dass es keiner gesehen hat.

Kurz darauf sieht er, wie zwei Hebräer miteinander streiten. „Streitet nicht, ihr seid doch Brüder“, sagt er. Aber die Beiden haben gesehen, dass er den Aufseher getötet hat. „Du hast doch selbst einen deiner eigenen Leute erschlagen“, sagen sie.

Mose flieht aus Ägypten, aus Angst, weil er ja schuld am Tod des Aufsehers war, aber auch, weil er nicht mehr weiß, wo er hin gehört: Zu den Ägyptern oder zu den Hebräern.

So weit der erste Teil der Geschichte.

Danach trafen sich die Kinder in Gruppen zum Spielen und Basteln. Namensschilder wurden gebastelt und Kennenlernspiele gespielt. Ungefähr 15 Kilogramm Lehm, gemischt mit Strohhäcksel, wurde von verschiedenen Gruppen zu Ziegelsteinen verarbeitet. Die ersten wagten sich in den Escaperoom um innerhalb einer halben Stunde alle Rätsel zu lösen und den Weg in die Freiheit zu finden.

Abends ging die Geschichte weiter. Mose war bis nach Midian geflohen. An einem Brunnen macht er Rast. Zwei Mädchen kommen zum Brunnen, werden aber von Hirten verdrängt, die später kamen. Mose hilft ihnen gegen die Hirten und auch beim Wasserschöpfen.

Als die Mädchen zu ihrem Vater Jitro heimkehren und ihm erzählen, dass ihnen am Brunnen ein Ägypter geholfen habe, werden sie vom Vater geschimpft: Fremde, noch dazu Solche, die einem geholfen haben, genössen in Midian Gastfreundschaft! Ob die Töchter das vergessen hätten? Was für ein Benehmen das sei? Die Mädchen holen Mose.

Jitro lädt Mose ein, bei ihm zu bleiben so lange er will. Mose nimmt die Gastfreundschaft an. Er findet eine neue Heimat und eine neue Familie und heiratet Zippora, die ältere Tochter Jitros.

Ein Blick von der Empore in den Franziskussaal.