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Einer von euch ist ein Dieb!

Heute erzähle ich dir die Geschichte von Joseph zu Ende. Sie geht einfach am nächsten Tag weiter.

„Was für ein Abend und was für eine Nacht!“ erzählt Juda. „Zuerst wollte dieser Mann, dieser Herr über Ägypten, uns alle als Spione ins Gefängnis werfen lassen, dann hat er uns zu einem Festmahl eingeladen. Unserem Jüngsten, dem Benjamin, ließ er fünfmal so viel Essen auf den Teller legen als uns. Den scheint er irgendwie besonders zu mögen. Aber jetzt brechen wir auf nach Kanaan zu unserer Familie.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder haben sich kaum auf den Weg gemacht, da kommt Joseph mit den Wachen und dem Hausverwalter aus dem Palast heraus. „Halt!“ ruft Joseph. „Einer von euch ist ein Dieb und hat meinen silbernen Trinkbecher gestohlen!“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder werden gezwungen umzukehren und Joseph befiehlt den Wachen, alle Getreidesäcke zu durchsuchen. Und natürlich finden sie den silbernen Trinkbecher im Getreidesack von Benjamin.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Aha, der Jüngste ist also der Dieb,“ sagt Joseph. „Mein Urteil lautet: Er muss deshalb in Ägypten bleiben und mir als Sklave dienen. Ihr anderen seid unschuldig und könnt zu eurer Familie heimkehren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Die Brüder sind sprachlos vor Entsetzen. Da tritt Juda vor und legt Benjamin die Hand auf die Schulter. „Wir lassen Benjamin nicht im Stich,“ sagt Juda. „Unser Vater Jakob hat zwei Lieblingssöhne: Einer ist nicht mehr am Leben und diesen hier, den Jüngsten, Benjamin. Es würde unserem Vater das Herz brechen, wenn wir ohne Benjamin heimkehren. Wenn du willst, Herr, dann nimm mich als Sklaven und lass Benjamin frei.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Jetzt treten alle Brüder vor und stellen sich schützend um Benjamin. „Du würdest deine Freiheit opfern für den Lieblingssohn deines Vaters?“ fragt Joseph Juda. Juda nickt, aber auch die anderen Brüder nicken. „Ihr alle würdet eure Freiheit opfern?“ fragt Joseph noch einmal. Wieder nicken die Brüder. „Lasst uns allein!“ sagt Joseph zu den Wachen und dem Hausverwalter. Die Wachen und der Hausverwalter gehen zurück in den Palast.

Joseph nimmt seine Kopfbedeckung ab. „Ich bin euer Bruder Joseph,“ sagt er. Die Brüder sind sprachlos. „Ihr hattet Böses im Sinn, aber Gott hatte Gutes im Sinn. Ihr habt mich verkauft, aber Gott hat mich nach Ägypten geschickt um unsere Familie vor dem Hungertod zu retten. Kehrt zurück zum Vater und sagt ihm: Dein Sohn Joseph lebt. Dann bringt die Familie hierher nach Ägypten. Ich werde für euch sorgen.“

„Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ sagt Joseph.

(Manche Leute wissen, dass die Geschichte von Josephs Brüdern, die nach Ägypten reisen, in der Bibel etwas komplizierter ist. Sorry, dass es hier etwas vereinfacht wurde!)