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Corona Projekt

Ein seltsames Wiedersehen

(Die Audios erzählen die Geschichte, man kann sie aber auch lesen)

Was hat noch gefehlt an der Geschichte von Joseph? Natürlich, irgendetwas mit den Brüdern von Joseph. Inzwischen ist es neun Jahre her, dass der Pharao Joseph zum Herrn über Ägypten gemacht hat.

Der Hausverwalter vor Josephs Palast

Der Hausverwalter von Joseph erzählt: „Was für eine Hitze! Seit über einem Jahr brennt die Sonne herab. Auf den Feldern wächst nichts mehr. Hätte Joseph, mein Gebieter, nicht in den sieben Jahren der guten Ernten und des Reichtums Vorratslager bauen und Getreide einsammeln lassen – wir müssten alle vor Hunger sterben. Den ganzen Tag kommen Menschen hierher, um Getreide einzukaufen. Da kommen schon wieder welche!“

Die kennt man doch …
Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Was wollt ihr?“ fragt der Hausverwalter. „Man hat uns gesagt, hier in Ägypten kann man Getreide einkaufen. Wir kommen aus Kanaan und wollen Getreide kaufen. Unsere Familie hungert und muss sterben, wenn wir hier nichts bekommen,“ antwortet Juda. „Ihr kommt aus Kanaan?“ fragt der Hausverwalter. „Das muss mein Herr selbst entscheiden.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Kniet nieder vor Zafenat Paneach, dem Herrn über Ägypten!“ ruft der Hausverwalter und die Brüder werfen sich vor dem Herrn über Ägypten nieder. Keiner von ihnen erkennt in ihm den Bruder wieder …

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

… aber Joseph hat seine Brüder sofort wiedererkannt. „Das sind Spione und Feinde Ägyptens!“ ruft er den Wachen zu. „Werft sie ins Gefängnis!“ „Wir sind keine Spione, wir sind Brüder,“ sagt Juda, aber Joseph lässt sich nicht beirren. Die Wachen und der Hausverwalter führen die Brüder ab.

„Das waren meine Brüder, die mich verraten und verkauft haben,“ sagt Joseph. „Die sollen im Gefängnis schmoren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Der Hausverwalter kommt zurück: „Mein Herr, du bist doch sonst immer so freundlich zu allen Menschen, so kenne ich dich gar nicht!“ „Das sind Spione,“ sagt Joseph. „Aber vielleicht sind es doch nur einfache Menschen, die Getreide für ihre Frauen und Kinder, für ihren Vater und ihre Mutter kaufen wollen,“ antwortet der Hausverwalter. Joseph wird nachdenklich. Er denkt an die Kinder und Frauen und an seinen Vater Jakob. „Ein paar Tage im Gefängnis werden diesen zehn Männern nicht schaden,“ sagt Joseph. „Es waren elf Männer,“ korrigiert ihn der Hausverwalter.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Sie haben meinen Bruder Benjamin dabei!“ sagt Joseph leise zu sich. Und zum Hausverwalter sagt er: „Holt die Männer aus dem Gefängnis, ich will doch mit ihnen reden.“ Die Wachen und der Hausverwalter tun, was Joseph ihnen befohlen hat, holen die Brüder aus dem Gefängnis und bringen sie zu Joseph.

Als die  Brüder bei Joseph sind, spricht Joseph Benjamin an: „Du bist der Jüngste, nicht wahr? Wie geht es deinem Vater?“ „Es geht ihm gut,“ sagt Benjamin. „Und deine Brüder, sind sie freundlich zu dir?“ „Ja, Herr, sie passen auf mich auf,“ antwortet Benjamin. „Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ „Ist das wirklich so?“ fragt Joseph zurück. Dann lädt er die Brüder zu sich in den Palast zum Essen ein.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Lass die Säcke dieser Leute randvoll mit Getreide füllen,“ befiehlt Joseph dem Hausverwalter. „In den Getreidesack des Jüngsten aber lege meinen silbernen Trinkbecher, heimlich, so dass es keiner sieht.“ Der Hausverwalter wundert sich. Was hat Joseph vor?