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Die Träume des Pharaos

Die Ratgeber des Pharaos sind verzweifelt: Der Pharao, König über Ägypten, hat geträumt. Wenn der Pharao träumt, dann hat das Bedeutung für das ganze Land. Aber niemand kann die Träume des Pharao deuten!

Nun, da erinnert sich der Mundschenk endlich an Joseph. Nach zwei Jahren! Der Mundschenk erzählt dem Ratgeber, dem Hohenpriester von On: „Damals, als in die Ungnade unseres erhabenen Pharaos gefallen war, da war ein Mann im Gefängnis, der konnte Träume deuten. Er hieß Joseph.“ „Man soll diesen Joseph herbeischaffen!“ befiehlt der Hohepriester von On.

Joseph wird tatsächlich vor den Pharao gebracht. Davor hatte man ihm neue Kleider gegeben und ein Bad usw., damit er für den Pharao präsentabel sei.

„Du bist also dieser Joseph?“ fragte der Pharao. „Ich hatte einen Traum, eigentlich zwei, aber keiner konnte sie deuten.“ Der Pharao blickte dabei ziemlich sauer zum Hohenpriester hinüber. „Von dir aber,“ sagte der Pharao, „sagt man, du könntest Träume deuten.“ „Ich kann es nicht,“ sagte Joseph, „aber Gott kann es. Erzähle mir deinen Traum!“

Der Pharao erzählte: „In meinem Traum ging ich am Nil entlang, da sah ich sieben Kühe, wunderschön und gut genährt. Dann stiegen aus dem Nil sieben andere Kühe, hässlich und dürr. Die hässlichen Kühe fraßen die wunderschönen Kühe und blieben so dürr wie vorher.“

„Dann wachte ich auf,“ sagte der Pharao. Joseph antwortete: „Erzähl mir den zweiten Traum, Herr.“

Der Pharao erzählte: „In meinem Traum ging ich am Nil entlang, da sah ich sieben Ähren, voll und schön. Aber dann wuchsen sieben andere Ähren, leer und hässlich. Die hässlichen Ähren fraßen die schönen und blieben doch so leer wir vorher.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Josef sagte: „Dein Traum, Herr, ist ein und derselbe. Gott hat dir gezeigt, was er vorhat: Die sieben schönen Kühe und die sieben vollen Ähren stehen für sieben Jahre voll guter Ernte und Reichtum für Ägypten, die sieben dürren Kühe und die sieben hässlichen Ähren für sieben Jahre Hungersnot und Armut, die danach kommen werden. Zweimal hat Gott dir denselben Traum geschickt. Damit will er sagen, dass die Sache beschlossen ist.  Du, Herr, solltest einen zuverlässigen Mann einsetzen, der in den sieben Jahren der guten Ernte ein Fünftel der Ernte in ganz Ägypten einsammeln und lagern lässt.“

„Du hast weise gesprochen und meinen Traum gedeutet, Joseph. Wo finde ich nun einen Mann, der diese Aufgabe erfüllen kann?“ sagte der Pharao.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Ich denke, du bist dieser Mann,“ sagte der Pharao. „Ich ernennen dich zum Herrn über Ägypten. Jeder Mensch in Ägypten muss dir gehorchen, du bist nur mir persönlich, dem Pharao, unterstellt.“

Der Pharao steckte Joseph seinen eigenen Siegelring an den Finger und ließ ihn in königliche Gewänder kleiden. Er gab ihm einen neuen Namen, Zafenat-Paneach und der Hohepriester von On gab Joseph seine Tochter Asenat zur Frau. So wurde Joseph zum Herrn über Ägypten, der nur dem Pharao selbst gehorchen musste.

Na dann, damit ist die Geschichte zu Ende, oder etwa nicht? Fehlt da vielleicht irgendetwas?

Natürlich, da fehlt noch was in der Geschichte. Habt Geduld! Wir müssen erst mal die sieben guten Jahre abwarten. In unserer Zeit geht es mit der Geschichte am Montag weiter.