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Ein gutes Geschäft

Geschwister streiten. Ist es nicht so, Hand aufs Herz? Das heißt nicht, dass du deine Geschwister nicht magst. Natürlich geht ihr damit euren Eltern auf die Nerven (mancher Streit wird speziell für dieses Publikum vom Zaun gebrochen), aber es scheint irgendwie komplett normal zu sein.

In der Familie von Jakob aber ist der Streit zwischen Joseph und seinen Brüdern nicht normal. Der Vater Jakob bevorzugt Joseph – und dabei kommt nichts Gutes heraus. Aber hört und seht selbst!

Die Familie von Jakob lebt von ihren Schafe – und Ziegenherden. Wochenlang sind die ältesten zehn Söhne mit den Herden unterwegs auf der Suche nach Futterplätzen für die Tiere. An einem leeren Brunnen, in dem kein Wasser ist, haben die Brüder Rast gemacht.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Da sehen sie von weitem Joseph kommen. Sie erkennen ihn an seinem bunten Festgewand.

Ruben ist der Dritte von links

Simeon, einer der Brüder, ist besonders wütend auf Joseph. „Ich erinnere mich lebhaft an seine Träume!“ sagt Simeon. „Am liebsten würde ich Joseph umbringen. Dann sind wir ihn endlich los!“ Die anderen Brüder stimmen ihm zu.

Ruben, der älteste der Brüder, ist mit Simeon nicht einverstanden. Aber Ruben kann sich kaum gegen seine Brüder durchsetzen, deshalb schlägt er vor: „Werft Joseph in den leeren Brunnen!“ Und so passiert es.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Unser Vater Jakob hat mich geschickt, um nach euch zu sehen wie es euch geht“, sagt Joseph. „Uns geht es gut,“ sagt Simeon. „Aber wie geht es dir?“ Simeon schubst Joseph um. Die anderen Brüder lachen. „Oh, du hast dich schmutzig gemacht,“ ruft einer der Brüder. „Du solltest dringend ein Bad nehmen! Hier ist ein Brunnen, wie praktisch!“ Die Brüder ergreifen Joseph, ziehen ihm sein Gewand aus und werfen ihn in den Brunnen.

Danach setzen sich die Brüder hin und machen Brotzeit.

Plötzlich sehen die Brüder in der Ferne eine Karawane. Es sind Kaufleute aus Midian.

Juda ist der Dritte von links

„Wie wäre es, wenn wir Joseph diesen Kaufleuten als Sklaven verkaufen?“ schlägt Juda vor. „Das ist eine tolle Idee!“ sagt Simeon. „Du bist ein schlauer Kopf, Juda!“

Die Brüder holen Joseph aus dem Brunnen. Simeon preist Joseph den Kaufleuten an: „Wollt ihr einen Sklaven kaufen? Er ist intelligent, gut ernährt und hat noch alle Zähne und Finger!“ „Er ist noch recht jung,“ sagen die Kaufleute, „Wir bieten 15 Silberstücke!“ „Das ist zu wenig, wir fordern 25 Silberstücke!“ sagen die Brüder  „Wir geben euch 20 Silberstücke, mehr nicht, “ sagen die Kaufleute. Und so verkaufen die Brüder Joseph für 20 Silberstücke als Sklaven.

„Das könnt ihr nicht machen! Ich bin euer Bruder!“ ruft Joseph. „Halt den Mund, Sklaven haben nur zu reden, wenn sie gefragt werden!“ sagen die Kaufleute. Sie nehmen Joseph mit in ein fernes Land.

Juda denkt sich noch aus, was man dem Vater Jakob erzählen will. Die Brüder schlachten ein Tier aus der Herde und tränken das bunte Gewand von Joseph mit dem Blut des Tieres. Dann schicken sie das bunte Gewand zum Vater mit der Frage: „Ist das nicht das bunte Gewand deines Sohnes Joseph?“ Der Vater Jakob bricht in Tränen aus: „Ein wildes Tier hat meinen Sohn Joseph gefressen!“ Über das, was wirklich passiert ist, sagen die Brüder kein einziges Wort mehr.

(Drei Sachen: Alle Fotos, die nicht anderweitig gekennzeichnet sind, die sind von Gabi Neubauer. Die Fotos stammen von den Proben und vom Kibiwe selbst. Bei den Proben ist die Kleiderordnung nicht so streng, das sind die Fotos, wo man Jeans, Brillen und Turnschuhe sieht. Und dann, das habt ihr wohl auch schon gemerkt: Die Audios sind auch als Schrifttext zu lesen. Es gibt aber schriftliche Kommentare zusätzlich)